Neuraltherapie nach Huneke

Die Neuraltherapie ist ein Verfahren aus dem Bereich der Alternativmedizin. Dabei soll die Anwendung eines Lokalanästhetikums das vegetative Nervensystem beeinflussen und Fernwirkungen entfalten.

Mit der Injektion von Lokalanästhetika werden Reizzustände aus der Peripherie zeitweise oder auf Dauer unterbrochen, dadurch können Regelkreise rekompensieren.

Die Neuraltherapie ist eine Regulations- und Umstimmungstherapie. Ziel ist es Fehlfunktionen des Organismus zu normalisieren. Hierzu werden örtliche Betäubungsmittel, Lokalanästhetika, bevorzugt das Procain, eingesetzt.

 

Die Verwendung von Lokalanästhetika erfolgt unter Berücksichtigung der von dem britischen Neurologen Henry Head veröffentlichen These, wonach ein nervlicher Zusammenhang mit bestimmten Körperpartien besteht, die über die Haut beeinflussbar sind (cuti-visceraler Reflex).

Die mit dem Wirkort in Verbindung stehenden Hautareale werden als "HEADsche Zonen" bezeichnet.

 

Therapieformen:

  1. Der erste Ansatz ist die lokale bzw. segmentale Behandlung, wie sie auch in der Schulmedizin oft zur Anwendung kommt. Durch die Injektion des Lokalanästhetikums in die Haut werden chronische Reizprozesse durchbrochen.
  2. Der zweite Ansatz ist die Behandlung von so genannten "Störfeldern" (z.B. Narben)
  3. Der dritte Ansatz ist die Infusions-Neuraltherapie (Procain-Reset), besonders schonend, wobei ausschließlich Procain verwandet wird. Dieses und/oder seine Stoffwechselprodukte Diäthylaminoäthanol und Paraaminobenzoesäure (PABA) reichern sich am Limbischen System des Gehirns an und werden verantwortlich gemacht für die antidepressive sowie für die anti-entzündliche Teilwirkung von Procain.

Anwendungsgebiete:

  • Rückenschmerzen
  • Gelenkerkrankungen
  • Kopfschmerzen inkl. Migräne
  • Neuralgien
  • chron. Entzündungen
  • postoperative Schmerzen
  • Erschöpfungsdepression

Kontraindikationen:

 

Bei korrekt durchgeführter Injektionstechnik ist die Neuraltherapie in der Regel eine nebenwirkungsarme Methode.

Kleinere Blutergüsse im Bereich der Injektionsstellen sind möglich und harmlos.

Die Neuraltherapie darf nicht angewendet werden bei einer Allergie auf das verwendete Lokalanästhetikum (sehr selten), sowie bei Patienten mit erhöhter Blutungsneigung (z.B. bei Therapie mit Antikoagulantien).

Zur Behandlung von Krebserkrankungen ist die Neuraltherapie ungeignet. Im Rahmen der Schmerzbehandlung von Tumorpatienten kann die Neuraltherapie zur Redukion von Schmerzen beitragen.

(Quelle: DocCheck Flexikon)